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Sonntag, 1. März 2015

Naturseifen: Seidenseife

Heute habe ich eine neue Seife für euch dabei: Wir haben uns nämlich vor Weihnachten an eine Seidenseife gewagt. Natürlich als Weihnachtsgeschenk, aber auch für uns – immerhin sollen Seidenseifen besonders weich und angenehm sein dank des Seidenextrakts. So sah unsere Seife aus:

Naturseife Seidenseife 00

Sehr hell und mit hübschen Schnörkelstempeln – wir hatten sie extra kalt gerührt, damit sie hell bleibt, und dann in den Seifenleim einen guten Schwung Goldpulver gegeben (extra geeignet für Seifenherstellung), damit sich hübsche Goldadern durch die Stücke ziehen (das sind die dunkleren, orange wirkenden Streifen, die man in den Stücken sieht).  Das hat auch einigermaßen geklappt, auch wenn sie natürlich nicht fürchterlich dominant sind, man erkennt das Glitzern in der Seife schon:

Naturseife Seidenseife 02

Bei Seidenseifen hat man zwei Möglichkeiten, die Seide in die Seife zu bekommen: Per Seidenextrakt (flüssig) oder per ungefärbter, reiner Seide, die man kleinschneidet und in der Lauge auflöst. Wir haben ein Stück Seide genommen und in der Lauge aufgelöst – was sehr cool war, da man die winzigen Seidenfasern noch erkennen konnte, die am Ende in der Lauge schwammen.

Naturseife Seidenseife 01

Noch haben wir die Seife nicht angewaschen – sie ist erst relativ kurz vor Weihnachten fertig geworden und daher haben wir sie noch liegen und reifen lassen. Wenn ich im Laufe der Zeit eins gelernt habe, dann: Je länger Seifen liegen bleiben, desto besser werden sie (wenn sie nicht kippen, was leider manchmal passiert, wenn die verwendeten Zutaten – allen voran die Öle – nicht mehr ganz frisch waren… oder man die falsche Zusammensetzung / zu viele leicht verderbliche Öle verwendet hat. Aber wir lernen ja noch!). Einige unserer allerersten Seifen von 2010 sind noch übrig – und die sind wirklich unglaublich weich und seidig, selbst ohne Seidenextrakt.

Ich kanns jedenfalls kaum erwarten, die Seife anzuwaschen – unsere goldenen Luxusstücke! Neben Seide ist auch noch Sheabutter und Kakaobutter drin, also eine echte Luxusbombe. Auf die Verpackung der Weihnachtsgeschenkseifenstücke habe ich als besonderes Highlight bei der Seidenseife zwei goldene Wellenlinien mit meinen Glitterlinern gezogen, so zwischen Name und Zutatenliste. Damit auch auf den ersten Blick schon zu sehen ist, dass die Stücke wirklich edel sind. Mir hats gefallen, den Beschenkten hoffentlich auch. Jetzt muss die Seife sich nur noch so gut anfühlen wie sie aussieht!

Habt ihr schonmal von Seidenseife gehört oder gar welche probiert? Für mich war das ganz neu, bis ich in einem Forum zu Naturseifen zufällig darauf gestoßen bin. Da war natürlich sofort klar: Das müssen wir ausprobieren! :D Einen schönen Sonntagabend wünsche ich euch noch – und einen guten Wochenstart morgen!

Sonntag, 30. November 2014

Naturseife: Rotweinseife

Hallo ihr Lieben, leider bin ich seit einigen Tagen krank und verschlafe die Tage nur so… Deshalb gibt es heute nur einen ganz schnellen Post, in dem ich euch eine unserer neuen, selbstgemachten Seifen zeigen möchte: Unsere Rotweinseife!

Rotweinseife 01

Wir haben die Lauge mit abgekochtem Rotwein statt mit Wasser angesetzt und einen warmen, balsamischen Duft zugegeben – Dragon Heart – eine ganz wunderbare Mischung! Man riecht deutlich den Wein heraus, aber darunter mischt sich der warme, leicht orientalisch angehauchte Duft.. ein Gedicht.

Rotweinseife 02

Die Seife ist auf den Fotos hellorange, obwohl der Seifenleim knallbraun war. Mittlerweile (die Fotos sind kurz nach dem Ausformen entstanden) ist die Seife wieder nachgedunkelt und sieht hell-rotbraun aus. Leider ist es kein sattes Burgunderrot geworden wie ich es mir gewünscht hatte, aber dafür sieht es irgendwie natürlich aus so. Ich bin schon gespannt, wie sie sich beim Waschen anfühlt, leider muss ich dafür noch einige Tage warten… ;-)

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen restlichen 1. Advent – hoffentlich habt ihr den Tag schön verbracht!

Ach und übrigens: Wer gerne eine der hübschen Seifen hätte, sollte in etwa einer Woche nochmal auf dem Blog vorbeigucken *mit dem Zaunpfahl wink* ;-)

Freitag, 21. November 2014

Naturseife: Tonerde mit Apfelduft

Wie ihr ja wisst, machen mein Mann und ich unsere Naturseifen selbst – weil es Spaß macht, weil die Seifen unserer Haut sehr gut tun, weil wir damit unseren Freunden und unserer Familie immer wieder eine Freude machen können und überhaupt weil es einfach ein tolles Hobby ist. Seit einer Weile hatten wir allerdings dafür keine Zeit und auch irgendwie keine Lust – irgendwie war alles so langweilig geworden. Wir haben kaum noch mit verschiedenen Pflegeölen oder Zusätzen experimentiert, nur noch das Basisrezept gemacht und höchstens über Farbe und Duft nachgedacht: produziert anstatt experimentiert halt. Wir waren in so einen Trott geraten und der Kick fehlte einfach.

Neulich allerdings habe ich einen tollen Blog entdeckt, der mich wieder neu inspiriert hat (und vor allem auch auf die Idee gebracht hat, auch mal natürliche Flüssigseife selbst herzustellen – dazu aber irgendwann später mehr!) – seitdem habe ich hunderte neue Rezeptideen im Kopf, etliche verschiedene Öle besorgt, wir haben neue Formen und Seifenstempel gekauft und sind endlich wieder mit Feuereifer bei der Sache. Gerade rechtzeitig, um wenigstens ein paar hübsche Weihnachtsgeschenke für unsere Lieben zu haben :-) Auch will ich mittlerweile wieder ein bisschen "back to the basics" – mehr Natur, weniger bunt, weniger Parfümöl, mehr ätherische Öle und insgesamt auch weniger stark beduftet.

Die Ergebnisse unserer neu erwachten Leidenschaft zeige ich euch in den nächsten Wochen hier auf dem Blog (alleine letztes Wochenende haben wir drei fantastische Seifen gesiedet…) – und den Anfang macht heute nach dieser relativ langen Einleitung eine Seife, die wir schon vor einer Weile gemacht hatten: Tonerdenseife mit Apfelduft!

Naturseifen Herbst Tonerde Stempel 04

Dazu haben wir nochmal das 25er Basisrezept gemacht, sind aber bei den Farben und dem Duft sehr natürlich und dezent geblieben. Wir haben den Seifenleim geteilt, die eine Hälfte mit grüner Tonerde und die andere Hälfte mit weißer Tonerde eingefärbt und leicht mit Apfelduft versetzt. Das Grün ist toll geworden, das Weiß eher beige – aber ich finde, die Seife sieht total natürlich und schön aus.

Naturseifen Herbst Tonerde Stempel 05

Das linke Seifenstück haben wir aus einem Block geschnitten, den wir mit unserer neuen Holzkastenform gegossen hatten. Unten den grünen Leim rein, dann oben den weißen Leim drauf. Nach dem Schneiden und einigen Tagen Reifung haben wir mit einem Acrylstempel das Handmade eingestempelt – ein Traum, oder? Das rechte Stück ist aus einer ovalen Einzelform, in die wir einen Silikon-Reliefstempel gelegt hatten. Den haben wir nach dem Ausformen abgezogen und voila – fertig war das eingedrückte Relief. Sieht auch toll aus.

Naturseifen Herbst Tonerde Stempel 06

Diese beiden Stücke sind ebenfalls in Einzelformen und mit Reliefstempeln entstanden. Während die Seife von oben nur mit grünem Leim gegossen ist, sind die unteren Stücke hier nur aus weißem Seifenleim.

Das war unsere erste Seife nach der langen Pause, und ich muss sagen: Ich hab wieder richtig Feuer gefangen. Die Seifen sind so toll geworden, und ich liebe es, dass sie etwas natürlicher sind und auch aussehen als die vorherigen Seifen. Ich kann es kaum erwarten, sie zu benutzen, ich denke, es ist auch bald soweit, dass wir sie anwaschen können.

Habt ihr auch ein Hobby, das euch so viel Freude macht? Und wie steht ihr zu Naturseifen – sind die was für euch oder mögt ihr Flüssigseife lieber? Ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende! :-)

Sonntag, 10. November 2013

Unsere Weihnachtsgeschenke: Naturseifen

Die meisten von euch werden schon mitbekommen haben, dass wir zu Weihnachten gerne an Freunde und Familie kleine selbstgemachte Geschenke verteilen – unter anderem sehr gerne ein paar Sets von selbstgemachten Seifen. Da Seifen nach dem Sieden noch ca. 4-6 Wochen reifen müssen, sind unsere Weihnachtsgeschenke meist schon Anfang November "fertig" – zumindest der Teil der Geschenke, die wir nicht noch kaufen müssen. Damit sind wir jedes Jahr wieder viel zu spät dran, naja, sowie das eben den meisten gehen dürfte ;-)

Heute möchte ich euch ein paar Fotos unserer diesjährigen Weihnachtsgeschenkseifen zeigen – den Anfang macht passend zum Anlass unsere Lebkuchenseife:

Naturseife Lebkuchen 

Sie duftet ganz und gar weihnachtlich nach Lebkuchen, farblich passt sie auch ganz wunderbar zum Geruch – und das, obwohl wir sie mit roter (!) Tonerde gefärbt hatten. Aber in Kombi mit dem Duftöl wurde daraus wohl eher ein rötliches Braun, naja, passt ja irgendwie auch. :D Als die Seife die ersten 14 Tage Reifung hinter sich hatte, habe ich sie mit Goldmica bestäubt, damit die hübschen Weihnachtsförmchen noch das gewisse Etwas bekommen.

Kommen wir jetzt zu unseren nächsten beiden Seifen: Himbeere und Orange!

Naturseifen Weihnachtsgeschenk 4

Ratet mal, welche Seife nach was duftet :D Cool wäre es ja, wenn die pink-lila Seife nach Orange und die gelb-orange Seife nach Himbeere duften würden – aber wir haben uns hier mal an die Farben gehalten und sie richtig beduftet! Die Himbeerseife riecht nicht allzu künstlich, da es sich um einen Waldhimbeer-Duft handelt, und bei der Orangenseife schwingt ein Hauch Zimt mit, also auch nicht zu intensiv. Die Orangenseife ist besonders hübsch geworden, ich mag die sanfte Marmorierung, die ist uns gut gelungen. Himbeere wirkt etwas körniger, was wiederum recht gut zum Duft passt.

Bei uns gibts zu Weihnachten aber nicht nur Orangen und Himbeeren, sondern auch Erdbeeren:

Naturseifen Weihnachtsgeschenk 6

Wir fanden hier die Farben Rot und Grün sehr passend und haben die beiden Farben schlichterhand verquirlt. Die Technik ist fast meine Lieblingstechnik, weil sich auf sehr einfache Weise ein total cooler Effekt erzielen lässt! Wenn Interesse besteht, knipsen wir beim nächsten Mal ein paar Fotos und machen ein Tutorial, wie wir den Effekt hinkriegen. Gibt es hier Seifensieder, die das geren wissen würden? Die Seife duftet wunderbar nach Erdbeerfeldern, fruchtig und herb.

Passend zur fruchtigen Riege haben wir neulich auch noch eine Zitronenseife gemacht:

Naturseifen Weihnachtsgeschenk 7

Da wir noch getrocknete Ringelblumen hatten, haben wir kurzerhand zwei Hand voll unter den bedufteten Seifenleim gerührt, so haben wir jetzt also eine Zitronen-Ringelblumen-Naturseife – mal was anderes. Bei den Blütenformen haben wir noch ein paar Blüten in die Form gestreut, bevor wir den Leim eingefüllt haben, bei den Herzen im Hintergrund haben wir nur den Leim eingefüllt. Mir gefällt beides gut – die Seifen sehen total unterschiedlich aus, aber jede für sich lädt zum Waschen ein, finde ich. Der Duft ist superzitronig, was vielleicht auch mit daran liegt, dass wir zur besseren Haltbarkeit des Dufts ein Päckchen Citroback in den Leim gekippt haben. Zitrusdüfte verfliegen nämlich leicht wieder im heißen Seifenleim. Gott sei Dank kommt diese Seife aber wirklich ZITRONIG raus und nicht künstlich wie billiger WC-Reiniger… so ne Seife hatten wir nämlich auch schon ><

Eine weitere Seife mit Zitrusduft: Zitronenmyrte!

Naturseifen Weihnachtsgeschenk

Zitronenmyrte ist die grün-orangefarbene Seife im Vordergrund. Der Duft ist auf jeden Fall zitronig, aber auch irgendwie süßlich.. schwer zu beschreiben, aber es ist jedenfalls unsere zweite Seife mit diesem Duft, der zu den Lieblingsdüften meines Mannes gehört.

Im Hintergrund seht ihr schon unsere nächste Seife, mit der wir (endlich!) fürs erste die fruchtigen Seifengründe verlassen: Unsere Rosenseife!

Naturseifen Weihnachtsgeschenk 5

Rosenseife hatten wir vor 2 Jahren auch schonmal eine, die ich auch pink-weiß marmoriert haben wollte – ich finde diese beiden Farben einfach nur PERFEKT für eine Rosenseife. Zart und gleichzeitig knallig, einfach hübsch. Der Duft ist ganz, ganz toll – sie riecht intensiv nach Rosen. Man muss Rosen aber mögen (was ich tue), sonst hat man mit dieser Seife nicht viel Freude ;-)

Und jetzt wirds dann doch wieder fruchtig: Blaubeerig, genauer gesagt.

Naturseifen Weihnachtsgeschenk 3

Unsere Blaubeerseife haben wir nur grob marmoriert, eigentlich sollte das Grün auch deutlich dunkler werden, aber naja.. so sieht das ganze eher nach Meer und Südsee aus als nach satten Früchten, aber was hilft da jammern. Sie riecht toll und wird uns sauber machen, damit wäre ihre Aufgabe erfüllt :-P Im Hintergrund seht ihr unsere frische Lebkuchenseife – sie sieht hier noch etwas gesprenkelt aus, das hat sich nach der Reifung gegeben.

Und unsere vorerst letzte Seife für Weihnachten ist – wer hätte es gedacht?! – fruchtig, und zwar diesmal ein ganzes Gemisch aus verschiedenen Früchten. Der Duft nennt sich Fruit Basket, und nachdem es sich um einen ganzen Obstkorb handelt, haben wir die Seife farblich angepasst:

Naturseife Regenbogen

Wir haben uns an einem Regenbogen orientiert – diesmal einem echten Regenbogen, und nicht einfach nur einem hübschen Farbverlauf (wie bei meiner ersten "Regenbogenseife" hier) und deshalb habe ich sie auf "The REAL Regenbogen" getauft. Leider ist sie etwas körnig geworden, was daran lag, dass Fette und Lauge zu heiß waren, als wir sie ineinandergekippt haben, und vor allem, dass wir in diese heiße Mischung dann auch zu früh und in der falschen Reihenfolge mit dem Duftöl in Verbindung gebracht haben.


Hier also ein Tipp für Seifensieder, falls welche mitlesen: Fette und Lauge immer ein bisschen abkühlen lassen, es ist auch gut, wenn beide in etwa die gleiche Temperatur haben, wenn man sie ineinanderkippt. Und: Erst Seifenleim teilen, färben, und DANN das Duftöl rein. In den relativ abgekühlten Leim! Sonst evtl. –> Grießpudding-Look.


Macht aber auch nix, benutzbar ist die Seife, nur nicht so hübsch, wie sie sein könnte. Getrennt haben sich nämlich Fette und Lauge nicht wieder, nur Knubbelchen gebildet.

Wer jetzt Lust aufs Seifensieden bekommen hat: Ich habe im letzten Jahr dazu ein kleines Tutorial gemacht, das findet ihr hier:

Seifensieden Teil 1 – Die Grundlagen

Seifensieden Teil 2 – Herstellung

Seifensieden Teil 3 – Das Ergebnis

Verschenkt ihr auch gerne Selbstgemachtes zu Weihnachten? Würdet ihr euch über selbstgemachte Seifen freuen? Habt ihr schonmal übers Seifensieden nachgedacht, oder sogar schon gesiedet? Falls ja – ich würde gerne eure Ergebnisse sehen! Ich wünsche euch allen einen guten Start in die neue Woche morgen!

Sonntag, 6. Oktober 2013

Kreatives Wochenende

In euren Kommentaren zu meinem Bloggeburtstags-Gewinnspiel habt ihr geschrieben, dass ihr auch vor allem meine privateren Posts gerne lest – dass ein Blog natürlich auch vom Privaten lebt. Außerdem habt ihr euch mehr Seifenposts gewünscht. Beiden Wünschen komme ich heute nach und erzähle euch ein bisschen was von meinem kreativen Wochenende.

Zuerst mal haben wir seit über einem Jahr mal wieder Seifen gemacht. Das war zwar schon am Donnerstag (Feiertag), aber das zählt ja schon fast zum Wochenende, oder?! Jedenfalls mussten wir etwas improvisieren, da wir zwar neulich eine riesige Lieferung frischen Seifenzubehörs (Duftöle, NaOH) erhalten haben, aber bei den Fetten nur wenig Auswahl hatten. Also haben wir eine Flasche Olivenöl gekillt und eine 70%ige Olivenseife in zwei Duftrichtungen gemacht:

Seifen Joghurteis Nights on Bali

Unsere Seife besteht aus: 70% Olivenöl, 25% Kokosöl und 5% Rizinusöl. Die Gesamtmenge der Fette lag bei ca. 600g. Dazu kamen 83g NaOH, so dass wir auf ca. 4-5% Überfettung kommen. Mit den Farben haben wir etwas rumexperimentiert, außerdem haben wir den Seifenleim diesmal nicht zu lange gerührt, so dass er noch relativ flüssig war. Die grün-roten (sollte eigentlich Pink werden..) Herzen duften nach einer orientalischen, würzigen Mischung und leider hatten wir viel weniger Pink als wir gerne gehabt hätten, daher sind zwei Herzen dann nur noch grün geworden.

Seifen Joghurteis Nights on Bali 2

Besonders gut gelungen sind uns aber die marmorierten Muscheln – ich liebe den Look! Erinnert mich irgendwie an Vanilleeis mit heißen Himbeeren oder Joghurt-Waldfrucht-Eis – leider, leider haben wir hier aber nicht den Himbeer Duft genommen, den wir auch gehabt hätten, sondern eine Duftmischung verschiedener Früchte. Riecht trotzdem toll und sieht wie gesagt spitzenmäßig aus! Eigentlich wollten wir es allerdings nicht gelb-pink haben, sondern weiß-pink, aber irgendwie kriegen wir es einfach nicht hin, eine richtig schön weiße Seife zu machen. Bis auf einmal, als wir aus reinem Zufall ne knallweiße Seife hinbekommen haben:

The Man

Diese Seife war unsere allererste (okay, also sagen wir: Die erste, die uns gelungen ist!) – und so weiß ist seitdem keine einzige mehr geworden. Irre, oder? Wir versuchen es weiter!

Aber neben Seifen war dieses Wochenende auch anderweitig voller Kreativität. Im Bekanntenkreis ist es mal wieder so weit: Babyalarm! Was also liegt näher als ein paar handgemachte Grußkarten zu basteln?

Baby Girl KarteBaby Boy Karte

Wenn ihr mich fragt, sind die käuflichen Glückwunschkarten zu diesem freudigen Anlass meistens ziemlich langweilig und wenig liebevoll gestaltet. Vor allem, wenn man den glücklichen Eltern nahe steht, finde ich es immer schöner, handgemachte Karten zu verschenken – das handhabe ich persönlich auch bei Geburtstagskarten und sonstigen Grußkarten so, aber speziell bei Babykarten, Hochzeitskarten und Kondolenzkarten finde ich es wirklich wichtig. Zu diesen Anlässen möchte ich wichtigen Menschen ganz besondere Grüße zukommen lassen, daher mache ich mir da sehr gerne die Arbeit.

Baby Girl Karte 2

Da ich ohnehin leidenschaftliche Bastlerin bin (nicht nur auf den Fingernägeln!), und mich unheimlich gerne nach Feierabend kreativ austobe, wissen mittlerweile auch Verwandte und Freunde, dass sie mich gerne nach Glückwunschkarten jeglicher Art fragen können und ich meistens was da habe – oder zur Not eben schnell kreativ werde.

Baby Boy Karte 2

Wie seht ihr das, interessieren euch auch in Zukunft ab und zu mal Posts über meine handgemachten Karten? Würde euch dazu dann auch eine kleine Bastelanleitung interessieren oder eher nicht?  Verschenkt ihr auch lieber selbstgemachte Karten zu besonderen Anlässen?

Mir hat das kreative Wochenende auf jeden Fall wahnsinnig gut getan, ich freu mich richtig auf die kommende Woche, so entspannt und relaxt bin ich. Okay, es wird sicher auch damit zu tun haben, dass die kommende Woche sehr kurz für mich wird – Donnerstag und Freitag hab ich frei und kann mich ein bisschen an meine Uniunterlagen setzen, die kommen neben dem Praktikum nämlich auch etwas zu kurz.

Freitag, 17. August 2012

Seifensieden–Teil 3: Das Ergebnis!

Nachdem ich die letzten zwei Tage völlig im Unistress feststeckte, komme ich heute endlich dazu, die fertigen Seifen zu zeigen. Nachdem wir in Teil 1 die Grundlagen und das Rezept vorbereitet haben und uns in Teil 2 an den nicht ganz ungefährlichen Prozess des Siedens gemacht haben, stehen wir jetzt also vor den Früchten unserer Arbeit.
Die Seifenmasse in den Formen sollte etwa 24 Stunden lang stehengelassen werden, in denen sie gelt, abkühlt, und vor sich hin verseift. Danach muss man sie aus den Förmchen befördern – was bei einer noch relativ (!) weichen Seife kein besonders leichtes Unterfangen ist. Damit nicht Teile abbrechen, stellen wir die Formen immer für einige Zeit (~2 Stunden) in den Eisschrank. Dann friert die Seife zu einem festen Block und man kann ihn später relativ leicht auslösen. Übrigens benutzen wir dazu meist noch Handschuhe, weil die Seife zwar nicht mehr ätzend, aber dennoch immer noch scharf ist. Aber jetzt ist es nicht mehr schlimm, wenn man mit der bloßen Haut rankommt.
So sieht unser Seifenblock jetzt aus: Ist er nicht ein Prachtstück?!
Seifenherstellung 14
Da man die Seife so (im Gegensatz zu den kleinen Muffin-Seifenstücken) noch nicht verwenden kann, muss sie noch geschnitten werden. Dazu kann man nehmen, was immer man mag – manche nehmen so ein Schneidding mit Wellenschliff, andere schneiden mit Draht, wir nehmen einfach ein ordinäres 1-Euro-Billigmesser (lang genug um ganz durch zu kommen, sieht sonst kacke aus).
Seifenherstellung 15
Hier der Anblick von innen – wir haben eine wunderschöne Musterung, nicht zu gleichmäßig, aber trotzdem als "Regenbogen" zu erkennen.
Seifenherstellung 16
Da wir den Seifenleim nicht 100% gleichförmig eingefüllt haben (klar, wenn der Leim mal etwas dicker ist, wird es immer uneben), unterscheidet sich die Musterung also von Stück zu Stück. Wenn man keine großen, relativ dünnen Scheiben haben will (wie oben auf den Fotos), kann man auch eine dickere Scheibe abschneiden und die dann nochmal in der Mitte teilen, so wie hier:
Seifenherstellung 17
Dann hat man zwei handlichere Stücke. Das ist reine Geschmackssache, manche mögen es lieber groß und dünn, andere dick und klein. Wir schneiden unsere Seifen mittlerweile in verschiedene Formen, damit für jeden was dabei ist. Achja, unsere Muffin-Herzen gibt es ja auch noch: An denen muss man nicht mehr viel machen, die muss man einfach nur aus den Formen lösen. Voila:
Seifenherstellung 12
Seifenherstellung 13
Bei den Herzen hatten wir nicht mehr genug von allen Farben, daher sind es unterschiedliche Regenbogen geworden.
Aber auch sie haben das Streifenmuster und ich weiß aus Erfahrung, dass das beim "Verwaschen" der Seife supergut aussieht, wenn dann die Muster aus dem Inneren rauskommen.
Muffinform-Seifen haben unserer Erfahrung nach die angenehmste Form zum Waschen, vor allem die Herzen.
Die liegen wahnsinnig angenehm in der Hand und haben genau die richtige Größe (wenn man die Form nicht bis zum Rand füllt).

Zum Abschluss zeige ich euch nochmal ein Gruppenbild:










Seifenherstellung 18
Wie man sieht (oder auch nicht, am unteren Rand fehlt eine Seife auf dem Foto), sind es 16 Stück Seife geworden. Das Gewicht dürfte dabei ziemlich variieren, aber sie sind allesamt ausreichend groß, um sich geraume Zeit damit zu waschen.
Oft machen wir eine kleinere Menge pro Sorte, bzw. machen aus 1 - 1,5 kg Seifenleim dann 2 – 3 Sorten gleichzeitig. Diesmal wollten wir aber sehr viele Farben anmischen und hatten noch genug Duftöl für die Menge, also haben wir eine große Portion Seife gemacht. Außerdem musste einer ja immer mit dem Foto rumhantieren, da wollten wir uns nicht noch mehr Stress mit mehreren Sorten antun ;-)
So wie auf dem Gruppenfoto wandern die Seifen jetzt in die Abstellkammer ins Regal und trocknen dort mindestens 4, eher aber 6 - 8 Wochen. Die Sache ist nämlich die: Bei Kaltverseifung (was wir machen) müssen die Seifen danach noch 4 – 6 Wochen reifen. Je länger eine Seife nachreift, desto milder und pflegender wird sie. Das hat uns bei der allerersten Seife (die noch dazu nichtmal was geworden ist) echt richtig Geduld gekostet. Aber es lohnt sich: Die Seifen, die wir vor einem Jahr oder noch früher gemacht haben, und von denen wir noch einzelne Exemplare haben, sind mittlerweile wahnsinnig soft und fühlen sich superweich auf der Haut an.
So, und jetzt wären wir eigentlich am Ende. Eigentlich! Denn weil es mich so freut, dass hier so viele Interesse am Seifenthema haben, möchte ich an dieser Stelle gerne zwei kleine Seifenpäckchen verlosen. An und für sich würde es sich anbieten, die Seife aus diesem Post zu verlosen, aber wie ihr gerade gelesen habt, muss die noch einige Wochen bei uns bleiben. Daher habe ich aus unseren bisherigen Seifen je fünf rausgesucht und möchte diese zwei Sets gerne an euch weitergeben:
Seifen Set 1
Set 1 beinhaltet: Kaffeeseife (mit echtem Kaffee aus destilliertem Wasser und ein bisschen Kaffeepulver als Peeling), Tropische Fruchtseife (mit Heißverfahren hergestellt), Sommerwiese, Green Rainbow, und Current in the Sun.
Seifen Set 2
Set 1 beinhaltet: Ringelblumenseife (mit getrockneten Ringelblumen), Mangoseife, Tropische Fruchtseife (mit Heißverfahren hergestellt), Sweet Peppermint und Current in the Sun.
Was ihr dafür tun müsst:
  • Nur einen Kommentar hinterlassen, in dem ihr mir sagt, warum ihr Stückseifen mögt! Das interessiert mich nämlich sehr. Set müsst ihr euch keins aussuchen, die verteile ich zufällig.
  • Ihr müsst kein Leser sein oder werden (obwohl ich mich darüber immer freue), aber wenn ihr anonym kommentiert, gebt mir bitte irgendeinen (Nick-)Namen, damit ich euch in die Lostrommel werfen kann!
  • Gebt mir eure Emailadresse, damit ich euch anmailen kann, oder schaut selbstständig auf meinem Blog vorbei, um zu sehen, ob ihr ein Set bekommt.
  • Wenn ihr unter 18 seid, brauche ich das Einverständnis eurer Eltern, dass ihr mir die Adresse geben dürft!
  • Und last but not least: Ich versende nur nach Deutschland, sorry!
  • Ihr habt bis Samstag, den 25.08.2012 Zeit für euren Kommentar. Am Sonntag ziehe ich dann zwei Leute und sage euch bescheid.
So, dann hoffe ich mal, dass viele Leute mir schreiben, warum sie Stückseifen mögen. Aber denkt bitte daran: Ich mache das nicht professionell, sondern als reines Hobby, und daher sind die Seifen nicht superperfekt!  Macht bitte nur mit, wenn euch das klar ist und ihr damit einverstanden seid!
Wie hat euch der Ausflug in die Welt der Seifensiederei gefallen? Ich finds toll, dass es Interesse daran gibt und freue mich, wenn euch der Blick hinter die Kulissen gefallen hat. Die nächsten Postings werden sich erstmal wieder um Nagellack drehen, aber auf meinem Blog werden immer auch Seifenbilder vertreten sein, soviel ist sicher! Und damit wünsche ich euch ein wunderschönes, sonniges Wochenende!

Dienstag, 14. August 2012

Seifensieden–Teil 2: Herstellung

Nachdem ich euch in Seifensieden - Teil 1 schonmal die ganze trockene Theorie nähergebracht habe, kommen wir jetzt zur Action: Dem Herstellungsprozess! Wie ihr auf den Fotos sehen werdet, haben wir unsere Küche komplett mit Zeitung ausgelegt, damit kein NaOH-Körnchen oder Seifenleim-Klecks auf die Arbeitsfläche kommt, auf der wir später wieder Lebensmittel zubereiten wollen. Umsichtiges und vorsichtiges Arbeiten sind enorm wichtig!

Ausgangspunkt: Unser Rezept (siehe Teil 1). Jetzt packen wir also die abgewogenen festen Fette in unserem Topf und schmelzen sie auf niedriger Temperatur. Das sieht dann so aus:

Seifenherstellung 2

Nachdem die Fette geschmolzen sind, hat man eine klare Ölmischung, in die man dann die flüssigen Öle zugibt (die muss man ja nicht schmelzen). Jetzt sind alle Öle und Fette im Topf. Der nächste Schritt ist dann: Das Anrühren der Lauge.

Seifenherstellung 3

Dazu nimmt man das hitzebeständige Gefäß (Glaskanne), das grammgenau!! abgewogene NaOH und das destillierte Wasser (Schutzbrille nicht vergessen!) und geht am besten auf den Balkon oder so. Damit die Dämpfe abziehen können. Das destillierte Wasser sollte möglichst kalt sein, also aus dem Kühlschrank.

Das Wasser gibt man in die Kanne, das NaOH in ein altes Glas (wir nehmen dafür Konservengläser oder so) und dann schüttet man das Pulver vorsichtig und langsam (!!) unter ständigem Rühren ins Wasser. Dabei entwickelt sich Hitze (daher hitzebeständiges Gefäß und möglichst kaltes Wasser) und besagte Dämpfe, die man besser nicht einatmet. Sollte die Lauge zu heiß werden, kurz aufhören mit Schütten und abkühlen lassen. Dann heißt es so lange rühren, bis alle Körnchen aufgelöst sind.

Ist die Lauge schließlich fertig, kommt das Vermischen der beiden Flüssigkeiten. Man braucht hierzu das kleine Plastiksieb und den Stabmixer. Jetzt schütten wir die Lauge in den Topf zu den Ölen, und zwar am besten durch das Teesieb. Das ist deshalb wichtig, weil dann eventuell nicht aufgelöste Körnchen des NaOHs darin abgefangen werden und nicht in die fertige Seife gelangen.

Seifenherstellung 5

Während des Schüttens sollte man schon leicht mit dem Kochlöffel rühren, seht ihr oben im Bild. Danach kommt dann der Stabmixer ins Spiel: Vorher sollte man aber alles, was mit Lauge in Berührung war, ins Waschbecken abstellen und mit klarem Wasser füllen. Das mindert die Gefahr von Verätzungen durch blöde Unfälle. Die Fett-Laugen-Mischung wird jetzt mit dem Stabmixer "püriert" – dadurch vermischen und verbinden sich die beiden Substanzen und der Verseifungsprozess kann beginnen. Man rührt ca. eine Minute mit dem Stabmixer, danach sollte die Mischung puddingartige Konsistenz haben und "zeichnen":

Seifenherstellung 6

Dazu habe ich euch ein kleines Video gedreht und hoffe, dass ich es jetzt auch eingebunden bekomme:

Anrühren der Seife

Man kann hier sehr schön sehen, wie sich die Mischung verändert. Erst ist sie klar und sehr flüssig, später gelblich und ziemlich angedickt. So sollte Seifenleim aussehen. Achtung: Auch Seifenleim ist noch ätzend (nur nicht mehr ganz so krass wie reine Lauge)!!

So, das Schlimmste ist geschafft, jetzt heißt es kreativ werden: Die Seife braucht Farben, Duft und eine Form! In diesem Fall haben wir uns für eine Regenbogen-Seife entschieden, die nach Frucht riechen sollte. Das Duftöl kommt erst später ins Spiel, zunächst brauchen wir die verschiedenen Farben.

Seifenherstellung 4

Wir benutzen Kosmetikpigmente (siehe: Seifenshops). Das sind feine Pulverfarben, die man in der Menge einer Messerspitze mit destilliertem Wasser oder Öl anmischt (je nachdem, worin sie löslich sind, das steht dabei) und dann zu dem abgefüllten Seifenleim gibt. Man kann auch mit anderen Methoden färben, zum Beispiel mit Tonerde, Kohle oder so, auch Titandioxid kann man in Wasser anrühren und die Seifen damit aufhellen. Da ist vieles möglich, das muss jeder für sich rausfinden.

So, wir haben hier jetzt jedenfalls die Pigmente in Wasser bzw. Öl angemischt (in ganz normalen Glasschälchen, die kommen nicht mit dem Seifenleim in Berührung, sondern einfach in die Spülmaschine danach) und dann den Seifenleim gleichmäßig in leere Eisschalen abgeteilt, damit wir gleich große Mengen jeder Farbe kriegen. Dann kippt man nur noch die Farben in die einzelnen Eisschälchen und verrührt das Ganze (das schwarze da unten ist die lila Farbe – später wird die auch wieder lila, aber wir erschrecken jedes mal vor der schwarzgrauen Mischung ;-)):

Seifenherstellung 7

So, wir sind fast am Ziel! Jetzt gibt man noch das Duftöl in die Schalen (wir haben in jede Schale einen Schuss gegeben, die Menge kann ich gar nicht genau sagen, ich schätze, insgesamt so ca. 20 ml). Nachdem man alles gleichmäßig verrührt hat, geht es ans Einfüllen.

Wir haben eine Silikon-Herz-Muffinform genommen und eine Eisschale. Zuerst haben wir den gelben Seifenleim eingefüllt, dann den orangefarbenen, dann Pink, Lila, Blau und am Ende Grün. Hier seht ihr Zwischenschritte:

Seifenherstellung 8Seifenherstellung 9

Den Seifenleim haben wir immer wieder mit Plastiklöffeln geradegestrichen, damit die Schichten einigermaßen gleichmäßig werden. Am Ende packt man die fertig eingefüllten Behälter in ein Handtuch ein und stellt sie an einen einigermaßen warmen Ort, damit die Seife in die sogenannte Gelphase kommt. Die Gelphase ist optional, aber wir machen unsere Seifen immer mit.

In der Gelphase entwickelt sich eine große Hitze (und warm einpacken beschleunigt bzw. begünstigt den Prozess). Diese Hitze zeigt an, dass der Verseifungsprozess so richtig in Gang kommt und dabei verändert sich auch die Farbe meistens nochmal. Seifen, die in der Gelphase waren, sind hinterher schneller fertig verseift und man kann sie früher benutzen. Außerdem ist es richtig kacke, wenn eine Seife halb in der Gelphase war und nur innen vergelt ist und außen nicht – darum versuchen wir immer, Seifen zum Gelen zu bekommen. Hier ein vorher-nachher Bild:

Seifenherstellung 10

Oben vor der Gelphase, unten währenddessen. Man sieht das tiefdunkle Grün, daran erkennt man, dass die Seife grade gelt. Packt man jetzt oben auf die Frischhaltefolie, ist die Masse total weich und warm.

Seifenherstellung 11

So, und auf diesem Bild seht ihr die Seife nach 24 Stunden, kurz bevor wir sie aus den Formen nehmen. Jetzt ist der Verseifungsprozess erstmal prinzipiell abgeschlossen, und die Seife ist auch nicht mehr ätzend. Trotzdem ist sie noch scharf, und kann noch lange nicht benutzt werden. Aber gefährlich ist jetzt nichts mehr.

Wie die fertige Seife aussieht, zeige ich euch im nächsten Teil – ich hoffe, ihr seid gespannt! Soviel kann ich euch verraten: Sie ist toll geworden!

Montag, 13. August 2012

Seifensieden–Teil 1: Grundlagen

Ich hatte es neulich schon versprochen, und da wir dieses Wochenende wieder eine neue Seife gemacht haben, habe ich mir die Freiheit genommen und jeden Schritt dokumentiert. Daraus wird ein zwei (oder drei-) teiliger Bericht werden, in dem ich euch den Prozess des Seifesiedens detailliert vorstelle.
Fangen wir mit den Grundlagen an, nämlich: Woraus ist Seife? Kurz gesagt: Seife ist eine Kombination aus verschiedensten Fetten und Ölen und Natriumhydroxid (NaOH). Darauf gehe ich beim Rezept später noch genauer ein. NaOH ist extrem ätzend (das ist das Zeug, was in geringerer Konzentration in den Abfluss kommt und den frei ätzt!) und man sollte dringend jeglichen Hautkontakt vermeiden. Ein Spritzer der Lauge auf der Netzhaut kann zur Erblindung führen, und verschlucken möchte man das Zeug auch sicher nicht!
Daher: Vorsichts- und Schutzmaßnahmen sind extrem wichtig!! (Dichte Gummi-Handschuhe, eine Sicherheitsbrille, langärmlige Bekleidung, vorsichtiges und umsichtiges Hantieren mit den Sachen…) So. Wenn man darauf achtet, ist aber schon gar nicht mehr viel dabei!
Man braucht an Zubehör (Hinweis: Sämtliches Zubehör ist danach nicht mehr zur Zubereitung von Speisen zu verwenden – Grund siehe oben!):
  • einen alten Topf zum Schmelzen der Fette
  • einen alten Stabmixer
  • leere Eisschachteln (die 1-Liter-Boxen) oder andere Plastikboxen
  • Plastiklöffel, Plastikschöpflöffel, Plastikkochlöffel
  • eine digitale Küchenwaage
  • ein kleines Plastik-Teesieb
  • eine hitzebeständige, hohe Form zum Anrühren des NaOH (wir haben eine Glaskanne von IKEA)
  • alte Gläser (zum Abwiegen des NaOH)
  • Handschuhe, Sicherheitsbrille
  • Silikon- oder Plastikformen zum Abfüllen der fertigen Seife (Silikon-Backformen sind gut geeignet oder alte Eisschachteln – alles aus Plastik oder Silikon, nur nichts aus Aluminium, das wird vom aggressiven Seifenleim zersetzt!!)
Hier seht ihr ein Gruppenbild von unserem Seifenzubehör:
Seifenherstellung
Da haben sich schon die Fette und Pigmente mit aufs Bild geschummelt.
Ja, apropos Fette: Dazu gibt es zu sagen, dass es Basisfette gibt und sozusagen die "edleren" Fette. Basisfette wären diejenigen, von denen man am meisten nimmt, um die 30% bis hin zu 50% oder gar 100% (wenn man eine reine Olivenölseife zum Beispiel machen will, wie ich hier schonmal welche gezeigt hatte).
Basisfette sind z.B. Olivenöl, Palmöl, Kokosfett, Rapsöl, Sonnenblumenöl und so was alles. Die feineren Fette sind dann solche wie Sheabutter, Kakaobutter, Traubenkernöl, Walnussöl, … – You see the point. Von den edlen Fetten sollte man nicht zu viel nehmen, da die Seife sonst unerwünschte Eigenschaften bekommt (zu hart wird, zu weich wird, nicht ordentlich verseift, zu scharf wird, zu schnell ranzig wird, …). Anhaltspunkte dafür findet man auf www.naturseife.com.
Hier wird auch der Unterschied an harten und weichen Fetten angesprochen: Man braucht eine einigermaßen gleichmäßige Mischung aus sogenannten harten Ölen (das sind die, die bei Zimmertemperatur hart sind, also Palmöl, Kokosfett, Lorbeeröl usw.), und den weichen Ölen (Sonnenblumenöl, Rapsöl, Maiskeimöl, …).
Das Rezept, das wir diesmal genommen haben, ging wie folgt:
  • 350g Palmfett (z.B. die Fettstangen aus Aldi & Co)
  • 250g Kokosfett (Palmin ist reines Kokosfett)
  • 250g Sonnenblumenöl
  • 50g Sheabutter
  • 50g Kakaobutter
  • 50g Rizinusöl
Daraus ergab sich genau 1kg Fett. Die letzten drei Sachen bekommt man in Seifenshops, es gibt da verschiedene, wir haben da online bestellt. NaOH bekommt man auch in solchen Seifenshops, kostet ca. 5 Euro die Flasche und es kommt in Körnerform. Diese Körner löst man dann (vorsichtig!) in destillierten Wasser auf – das destillierte ist wichtig, weil es das reinste Wasser ist und sonst die chemischen Zusammensetzungen beeinflusst werden könnten. Also für unser Rezept haben wir 140g NaOH in 340g dest. Wasser aufgelöst – welche Menge man nehmen sollte, kann man im Online-Seifenrechner (auf der Seite naturseife.com) berechnen.
Wir haben uns für 5-6% Überfettung entschieden – Überfettung bedeutet, dass so viele Prozent der zugegebenen Fette nicht verseift werden und demnach rückfettend für die Haut wirken.
So, das sind also erstmal die Grundlagen, das Zubehör, unser Rezept und ein ganzer Haufen Theorie. So genau wollte das sicher niemand wissen, oder? ;-)
Im nächsten Post geht es mit der Herstellung los. Dann gibts auch mehr Fotos und wenn ich es hinbekomme, sogar ein Video!
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